Seit mehr als drei Wochen sind Stephanie Kespohl und ihre beiden Töchter nun schon in Südafrika unterwegs.
Die selbstständige Coachin aus Unterbreizbach unterstützt vor Ort den gemeinnützigen Verein „Ein Band für Bildung e. V." (Mon Coeur), der rund 65 Kinder aus dem Township-Umfeld Kapstadts fördert. Zeit für ein erstes Fazit.
Der Podcast nimmt Form an
Im Zentrum von Stephanies ehrenamtlichem Einsatz steht ein mehrwöchiger Podcast-Workshop mit Kindern zwischen 9 und 16 Jahren. Mittlerweile haben die Kinder einen eigenen Namen und ein Konzept für ihre Sendung entwickelt und üben täglich das freie Sprechen.
„Das macht den Kindern sehr viel Spaß. Sie haben viel Lust, sich auszuprobieren“, berichtet Kespohl. Manche seien noch schüchtern, andere schon weit im freien Sprechen – doch was sie am meisten beeindruckt: „Sie sind eine Familie, unterstützen sich gegenseitig, machen sich Mut und geben sich wirklich gutes Feedback.“
Eine Herzlichkeit, die berührt
Was Stephanie in den vergangenen Wochen am meisten bewegt hat, ist die Dankbarkeit und Wärme, die ihr täglich begegnet. „Ich sehe tagtäglich, wie Kinder zusammenkommen, die unglaublich dankbar sind für das, was sie dort geboten bekommen – zwei Stunden am Nachmittag und dazu ggf. Schulgeld.“
Die Herzlichkeit, die sie dabei erlebt, stellt sie in einen bewussten Kontrast zu Deutschland: „Dieses Miteinander fehlt in unserem privilegierten Deutschland total. Und hier werde ich als Fremde aufgenommen, als würde ich schon ewig dazugehören.“
Ein „Wie geht's dir?“ sei hier tatsächlich ernst gemeint, sagt sie – man höre einander wirklich zu.
Ihr Blick auf die Arbeit des Vereins hat sich seither vertieft: „Ich sehe, wie wertvoll es ist und wie viel dieser Verein stemmt – nicht nur für die Kinder im Hub, sondern auch über den Ocean Hub, für Schulgelder und für alles, was hier aufgebaut wird. Sie erschaffen eine Welt, die Sicherheit bietet und vor allem Liebe.“
Auch die Töchter sind mittendrin
Kespohls beide Töchter sind fest ins Projekt eingebunden. Die ältere spielt viel mit den anderen Kindern, lernt gerade Stricken und Häkeln vor Ort – und ganz nebenbei jede Menge Englisch.
Die jüngere wird von den Kindern liebevoll umsorgt: „Sie erlebt, dass es gar keine Grenzen zwischen uns Menschen gibt.“ Nennenswerte Herausforderungen habe es bislang nicht gegeben – mal fiel Wasser, Strom oder Gas aus, mal gab es Sturm.
„Das sind für mich als Camperin keine echten Herausforderungen.“ Auch die Sprache sei für ihre große Tochter kein Hindernis: Sie finde sich trotz Grundkenntnissen erstaunlich gut zurecht.
An freien Tagen nutzt die Familie die Zeit auch für Museumsbesuche, unter anderem zum Thema Sklaverei. Gerade ihre ältere Tochter erlebe dabei hautnah, was Ausgrenzung und Diskriminierung bedeuten: „Sie erfährt und sieht es tagtäglich – und hat dadurch einen ganz anderen Blick darauf bekommen, wie wichtig ein respektvolles Miteinander ist.“
Der Alltag der Kinder: kein Film, sondern Realität
Was Stephanie in ihrem neuen Bericht besonders deutlich machen möchte: Die Kinder, die sie begleitet, leben in einem Township, in dem es täglich ums Überleben geht, wie sie auch von anderen Einheimischen erfährt.
„Es gibt Banden, die gegeneinander kämpfen, wenn jemand Geld hat. Das ist kein schlechter Film mehr, sondern wirklich das Leben hier.“
Aus Sicherheitsgründen werden die Kinder deshalb morgens und abends von Mon Coeur mit einem Bus abgeholt und zurückgebracht, damit ihnen auf dem Weg nichts passiert.
Ein Geburtstagskuchen, der viel verändert
Wie sehr kleine Gesten hier wirken, hat Stephanie kürzlich am Geburtstag eines der Kinder erlebt. Gemeinsam mit ihren Töchtern backten sie einen Kuchen als Überraschung und brachten etwas Obst mit.
„Das Kind hat sich unglaublich gefreut und seine Dankbarkeit war für mich so tief spürbar.“ Für Stephanie war es ein Moment, der die Gegensätze des Landes schlagartig sichtbar machte:
„Auf der einen Seite feiern Menschen abends ihre Feste, gehen essen und sind im Überfluss. Und die Kinder im Township kämpfen ums Überleben – im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist krass zu sehen, wie beides gleichzeitig existiert. Wirklich einfach nur auf der anderen Straßenseite.“
Diese Erfahrung lässt sie auch mit Blick auf Deutschland nicht los: „Es ist unsere Verantwortung, dass sich diese ungleiche Verteilung von Geld verändern darf. Wir dürfen uns bewusst machen, wie privilegiert wir leben – und wie oft wir auf hohem Niveau jammern. Ich wünsche mir, dass wir in Deutschland wieder lernen, dankbarer zu sein: für den Moment, für das, was wir wirklich haben.“
Spendenstand: noch Luft nach oben
Zur größeren Spendenkampagne, mit der Stephanie ihren Einsatz mitfinanziert, kamen seit ihrer Abreise keine nennenswerten neuen Beträge mehr hinzu. Reaktionen von Unternehmen auf ihre Sponsoring-Anfragen blieben bislang aus.
Eine kleinere, spontane Spendenaktion für einen Museumsbesuch samt Picknick und Verpflegung der Kinder brachte hingegen knapp 300 Euro zusammen.
„Ich glaube fest daran: Wenn jeder, der das hier liest, ein oder zwei Euro gibt, verändert das für die Kinder etwas Reales – eine warme Mahlzeit am Tag, den Fortbestand des Projekts und eine Zukunft mit wirklichen Möglichkeiten“, sagt Kespohl.
Ihr Vorschlag ist ganz konkret: „Vielleicht einfach mal auf den Coffee-to-go oder den schnellen Snack an der Tankstelle verzichten – und stattdessen ein Kind unterstützen, das dadurch eine warme Mahlzeit bekommt.“ Für die Kinder gehe es dabei nicht um Extras, sondern um Grundlegendes.
„Wir werden wiederkommen"
Für die restlichen Wochen ihres Aufenthalts ist für Stephanie schon jetzt klar: Es wird nicht der letzte Besuch gewesen sein. „Wir werden dieses Projekt langfristig begleiten und unterstützen.“
Das Miteinander, das sie hier täglich erlebt, beschreibt sie als Geschenk – eines, das nachwirken wird, weit über die sechs Wochen in Kapstadt hinaus.
Wer die Aktion unterstützen möchte, kann dies per PayPal an www.paypal.com oder Überweisung tun. Alle weiteren Infos gibt es per Mail.
Unternehmen mit Interesse an einer Sponsoring-Partnerschaft mit Sichtbarkeit in den sozialen Medien können sich direkt bei Stephanie Kespohl melden: willkommen@stephaniekespohl.com.
Über Stephanie Kespohl
Stephanie Kespohl ist selbstständige Coachin für alleinbegleitende Frauen aus Unterbreizbach und begleitet ihre Kundinnen und deren Kinder dabei, Kraft, Klarheit und Eigenständigkeit im Alltag wiederzufinden – gerade nach narzisstischen Beziehungen.
Im November erscheint ihr erstes Kinderbuch, das Kinder aus Trennungsfamilien mit toxischem Hintergrund stärkt.
Über Ein Band für Bildung e. V. (Mon Coeur)
Der gemeinnützige Verein setzt sich für nachhaltige Bildung in Südafrika ein und schafft durch Bildungsangebote sowie faire Arbeitsplätze die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Weitere Informationen unter www.moncoeur.de






